Yoga macht unpolitisch

Jolinde Hüchtker / taz‎‎ •‎ ‎
2019

Der Kommentar kritisiert die Selbstzentriertheit der Yoga-Praxis: Statt strukturelle Probleme wie Rechtsruck, Altersarmut oder Ausbeutung im Arbeitsalltag politisch anzugehen, würden ihre Folgen individuell auf der Matte „wegatmet“. Yoga sei so – mit Bezug auf Laurie Penny – zur Ideologie geworden, die gesellschaftliche Missstände zu persönlichen Defiziten umdeutet. Die Autorin zeigt zudem, wie die 80-Milliarden-Dollar-Yoga-Industrie kapitalistische und konsumistische Logiken reproduziert, und wie die Praxis geschlechtsspezifisch wirkt: Frauen würden durch meditative Selbstberuhigung eher ins Private zurückgedrängt, während Männer weiter zum „Siegen“ ermutigt werden – Yoga als Rückzug statt Widerstand.

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