Yoga: Kolonialisierte Praxis
Ausgehend von einer Studiobeobachtung samt Altarbild zweier weißer Jivamukti-Begründer (Sharon Gannon, David Life) beschreibt die Autorin Yoga als formbare Praxis, die sich stetig neuen Trends anpasst – von Lachyoga bis Bierjoga. Mit Jivamukti-Lehrerin Janna Aljets ordnet sie das körperbetonte westliche Yoga historisch ein: Ursprünglich sechs Übungen als Meditationsvorbereitung, wurde die Praxis während der britischen Kolonialzeit von Soldaten zur Fitnessgymnastik umfunktioniert – ein „Produkt der Kolonialzeit“. Auch die historische NS-Aneignung der Bhagavad Gita durch Himmler wird thematisiert. Abschließend beleuchtet der Text die patriarchale Genese des Yoga: von männlich dominierten Gurutraditionen (Sivananda, Iyengar, Jois) bis zur Transformation in einen „Hausfrauen-Sport“ um die Jahrtausendwende.
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